Smallrig SP Spotlight Air als mobiler Diaprojektor
Idee und Funktionsweise
Der Smallrig SP Spotlight Air wird zum Diaprojektor: Mit wenigen Anpassungen lässt sich der SmallRig SP Spotlight Air nutzen, um eigene Kleinbild-Dias zu projizieren. So wird aus einem kompakten Lichtformer ein mobiles Werkzeug für Projektionen.
Besonders interessant ist die Möglichkeit, selbst gestaltete Dias zu verwenden – beispielsweise ausbelichtete digitale Motive auf Film. Damit lassen sich Fotografien, Strukturen und Bildfragmente auf Wände, Objekte oder andere Oberflächen projizieren und für neue fotografische Arbeiten nutzen.
Umbau – Schritt für Schritt
1. Eigene Dias vorbereiten
Die Bildmotive für die Dias werden als Kleinbilddia ausbelichtet und passend zugeschnitten. Meine digitalen Bilder konnte ich relativ kostengüstig in kleiner Stückzahl bei https://diabelichtung.info belichten lassen. Die Dias müssen zugeschnitten werden weil sie sonst nicht anstelle der Gobos in den Smallrig Spotlight Air passen. Dadurch fällt leider auch ein kleiner Teil des Motives weg. Übrig bleibt in etwa eine projezierbeare Fläche von 22mm x 22mm des Dias.
2. Einen passenden Rahmen herstellen
Weil ich die originalen Gobos nicht zerstören wollte habe ich aus 0,3 mm starkem Federmetall mit einer Schablone einen magnetischen Rahmen für die Dias zugesägt und gummiert. Für diese Arbeitsschritte arbeite ich mit einem Proxxon Bohr- und Fräsgerät MICROMOT 60/E.
3. Film einsetzen
Das vorbereitete Filmstück wird in die runde Metallhalterung eingesetzt, die zum magnetischen Gobo-System des Spotlight Air gehört. Dabei ist darauf zu achten, dass der Film möglichst sicher sitzt und nicht verrutscht. Die Dias habe ich relativ grob mit einer Schere so zugeschnitten, dass sie wie ein Gobo sicher hinter dem Rahmen hält.
4. Projektion testen
Nach dem Einsetzen kann das Motiv projiziert und die Schärfe eingestellt werden. Durch Verschieben, Drehen und Verändern des Abstands zur Projektionsfläche lassen sich unterschiedliche Bildwirkungen erzeugen.
Erfahrungen und Hinweise
Der Umbau ist experimentell. Bei meinen ersten Versuchen wellte sich der Film an den langen Kanten und zeigte Anzeichen von Hitzeschäden. Deshalb sollte die Wärmeentwicklung unbedingt berücksichtigt werden. Der Film darf nicht unkontrolliert erhitzt werden; bei Verformungen oder sichtbaren Schäden ist die Projektion abzubrechen. Im Freien bei kalten Temperaturen zeigte sich nach 5 Minuten voller Leistung noch keine Verformungen des Dias. Es ist zu empfehlen erst nach dem Ausrichten und Fokussieren die Leistung der RF 20C Taschenlampe für das anschließende Foto zu erhöhen. Die Leistung der Lampe ist relativ stark. An herbstlichen, trüben Tagen ist die Projektion auf hellen Untergründen mit einem Abstand von 1-2 Meter zu sehen. Wenn die Sonne untergegangen ist, ist die Projektion auch auf schwarzer Kleidung deutlich zu sehen.
Auch beim Einsetzen ist Vorsicht geboten: Die Metallhalterung kann den Film zerkratzen und weil die Dias keinen Rahmen haben können Fingerabdrücke auf das Dia kommen. Die Konstruktion ist daher eher als experimentelle Lösung für kreative Projektionen zu verstehen und nicht als Ersatz für einen klassischen Diaprojektor.
Mein Fazit: Der SP SmallRig Spotlight Air eröffnet eine interessante Möglichkeit, eigene Bildmotive direkt in den Raum zu projizieren. Gerade für experimentelle Fotografie, Mehrfachbelichtungen und die Verbindung von analogem und digitalem Bildmaterial entstehen dadurch neue gestalterische Möglichkeiten.






