Kiev 60 Doppelbelichtung
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Umbau einer Kiev 60 Mittelformat Kamera für Mehrfachbelichtungen

Die Kiev 60 ist eine sowjetische Mittelformatkamera für 120er Rollfilm im 6×6-Format, die in der Ukraine produziert wurde. Technisch basiert sie stark auf dem System der Pentacon Six aus der DDR und nutzt auch dessen Bajonett sowie ein ähnliches Spiegelreflex-Design. Dadurch lassen sich viele Pentacon-Six-Objektive an der Kiev 60 verwenden. Die Kamera ist bekannt für ihren sehr mechanischen, robusten Aufbau, aber auch für eine teilweise schwankende Fertigungsqualität. In der Praxis wird sie daher oft als günstige, charakterstarke Alternative im analogen Mittelformatbereich beschrieben.

Meine Kiev 60 habe ich bei Kleinanzeigen mit Volna-3 80mm f2.8 Objektiv für 120 Euro gekauft. Ich hatte im Vorfeld schon Ideen wie ich sie für Mehrfachbelichtungen umbauen könnte. Dafür sind mehrere Schritte nötig und es wird Uhrmacherwerkzeug benötigt. Der Umbau ist nicht ganz einfach und die Qualität der Bilder schwankt. Besonders wenn man mehrere Bilder zurückdreht, um zum Beispiel das erste Bild auf dem Film ein zweites Mal zu belichten, kann sich das Filmmaterial vom Backing Paper lösen. Man sieht dann meistens im rechten Bereich einen Streifen im Bild.  Es ist zu empfehlen noch weiter zurückzudrehen und dann unter Spannung den Film zur Nummer 1 zu drehen. Die Kamera kann auch wieder so umgebaut werden, dass sie wieder ganz normal wie eine gewöhnliche Kiev 60 funktioniert. Der Umbau bleibt aber sichtbar.  

In diesem Video seht ihr noch einmal, was umgebaut werden musste. Die Drehknöpfe an der Unterseite müssen sich um 360 Grad drehen lassen. Auf der Seite, auf der der leere Film eingelegt wird, ist die Flügelschraube in beide Richtungen drehbar – auf der Seite mit dem Spannhebel jedoch nicht. Deshalb muss die leere Spule immer präpariert werden. Dafür bohre ich die gekreuzten Schlitze mit einem Holzbohrer aus. Dadurch wird die Rolle allerdings sehr dünn – das Ganze ist also etwas frickelig. Was im Video nicht zu sehen ist: die Rückwand, in die ich ein Loch gebohrt habe.

Hier und hier seht ihr Fotos,
die ich mit der umgebauten Kamera mehrfach belichtet habe.

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